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Ramana Maharashi ist mit dem Namen Venkataraman am 30. Dezember 1879 in Tiruchuli im Süden Indiens geboren. Nach einer recht normalen Jugend hatte er im Alter von 16 Jahren eine tiefgreifende Erfahrung, welche sein Leben grundlegend veränderte: Er wurde von einer heftigen Todesangst egriffen. Während dieser Todesangst kam er zu der Erkenntnis, dass der Tod nur den Körper betrifft, dass aber sein Selbst (das Bewusstsein, in dessen der Körper und die Aussenwelt erscheint ) vom Tod unberührt bleibt. Seit diesem Erlebnis war er sich seines Selbst stets bewusst. Er äußerte sich später zu diesem Erlebnis:

„Das Selbst war etwas sehr Reales, das einzige Reale. Seither ist die faszinierende Kraft dieses Selbst im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit geblieben. Andere Gedanken erscheinen und verschwinden wieder, aber das Selbst ist wie ein Grundton  stets vorhanden. Auch wenn mein Körper vom Reden, Lesen oder was auch immer eingenommen ist, ist mein ganzes Sein nicht minder auf das Selbst zentriert“

Bildschirmfoto 2015-05-17 um 16.02.52Sechs Wochen später verließ Venkataraman für immer sein Zuhause und begab sich zum heiligen Berg Arunachala in Südindien. Dort  lebte er zunächst in einem unterirdischen, verfallenen Schrein des Arunachala-Tempels. Er war so sehr in Samadhi (meditativer Bewusstseinszustand) versunken, dass er nicht bemerkte, wie sich Geschwüre und Eiter an seinen Schenkeln bildeten. Ein Yogi namens Sheshardi Swami, holte ihn ans Tageslicht und kümmerte sich um seinen Körper. Bald darauf zog er auf den Berg um dort 17 Jahre in einer Hohle zu leben, die heute als Virupaksha-Höhle bekannt ist.

Als seine Mutter von seinem Aufenthaltsort erfuhr, versuchte sie ohne Erfolg, ihn zum Heimkommen zu überreden. Ramana war bis zu dieser Zeit immer noch nicht bereit, sein Schweigen zu brechen, das er seit seiner Ankunft am Arunachala eingehalten hatte. Aber er schrieb die Worte auf ein Stück Papie:

“Der Schöpfer waltet über das Schicksal der Seelen nach ihren früheren Taten. Was immer bestimmt ist nicht zu geschehen, wird nicht geschehen, wie sehr du es auch herbeiführen möchtest. Was immer bestimmt ist zu geschehen, wird geschehen, was immer du auch unternimmst, es aufzuhalten.“

Seine Mutter musste daraufhin alleine heimreisen, kehrte aber bald darauf zurück, um den Rest ihres Lebens bei ihem Sohn zu leben. Besucher konnten Venkataraman dazu bringen, schriftlich Fragen zu beantworten. Das Buch Nan Yar (dt. „Wer bin ich?“) enthält diese Fragen, und umfasst laut Ramanas Aussage die „volle Quintessenz“ dessen, was er sein Leben lang zu sagen gehabt hätte. Hier in der Virupaksha-Höhle, besuchte ihn auch sein spätriger Schüler Vasishta Ganapati Muni, der dem bis dahin schweigenden Venkataraman den Namen Ramana Maharshi gab.Bildschirmfoto 2015-05-15 um 12.10.38
Bildschirmfoto 2015-05-18 um 10.51.19Von 1916 wohnte Ramana mit Anhängern und seiner Mutter für 6 Jahre im Skandashram, der sich etwas oberhalb der Höhle am Berg befindet. 1922 wurde seine Mutter krank und starb. Um das Grab der Mutter am Fuß des Berges entstand ein Ashram, in dem er von da an lebte. Der Ashram wuchs und zog viele Gäste an, welche das Bedürfnis hatten Ramana zu begegnen (siehe Video).
Im Jahr 1949 wurde an seinem Arm ein Krebsgeschwür entdeckt. Als er am 14. April 1950 starb, versicherte er den Zurückbleibenden: „Das was ich bin, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde.“
Ramana Maharshi gilt als der große Weise des 20 Jahrhunderts. Er war nicht nur ein unüberragbarer Leuchtturm und Inspirationsquelle für seiner direkten Schüler, sondern ist es für viele spiritueller Lehrer der heutigen Zeit, die sich auf seine Lehre beziehen.

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